Homo-Ehe im katholischen Argentinien

16.07.2010 | 12:56  Uhr

Das Parlament in Buenos Aires hat für die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe gestimmt. Argentiniens katholische Kirche führte zuvor eine leidenschaftliche Kampagne gegen das Gleichstellungsgesetz und auch jetzt verstummt die Diskussion nicht. Nur in wenigen Ländern wie den Niederlanden, Belgien, Schweden, Norwegen, Kanada, Portugal oder Spanien sind homosexuelle Paare der traditionellen Verbindung zwischen Frau und Mann gleichgestellt. Die katholische Kirche hatte zuvor eine emotionale Kampagne gegen das Gesetzesprojekt geführt.

Die Homo-Ehe sei ein "Schachzug des Teufels", hatte der Erzbischof von Buenos Aires, Kardinal Jorge Mario Bergoglio, verkündet. Der "natürlichen" Familie mit Vater, Mutter und Kindern drohe nun der "Tod". Und gegen „Tod und Teufel“ rief der Kardinal gar zu einem "Gotteskrieg" auf. Nur einen Tag vor der entscheidenden Abstimmung im Senat hatten die Katholiken und andere kleinere Glaubensgruppen Zehntausende von Menschen mobilisiert. Unter dem Motto "Die Kinder haben ein Recht auf eine Mutter und einen Vater!" demonstrierten sie vor dem Parlamentsgebäude.

Katholisches Agentinien?
Die katholische Kirche hat in Argentinien viel Gewicht. Aber ihr Einfluss scheint unter dem Eindruck der vielen Skandale um Kindesmissbrauch durch Priester zu schwinden. Zwar bekennen sich 92 Prozent der Argentinier zum katholischen Glauben, aber nur etwa 20 Prozent nehmen aktiv am Kirchenleben teil. Die Kirchenführung hatte zu den Menschenrechtsverbrechen während der Militärdiktatur (1976-1983) weitgehend geschwiegen. Zum Teil waren sogar Priester in den Folterkellern anwesend. Nach der Diktatur machte sie Front gegen eine allzu tiefschürfende Aufarbeitung der Diktaturverbrechen. Und 1987 lief die katholische Kirche gegen die Einführung eines Scheidungsgesetzes Sturm.

Offener Konflikt und heftiger Streit
Immer heftiger werden die Diskussionen geführt: Senator Alfredo Martínez zum Beispiel, der für die gleichgeschlechtliche Ehe votierte, sagte im Parlament: "Ich bin Katholik, nicht praktizierend. Aber ich habe geheiratet, habe Kinder und die sind getauft. Und ich schäme mich wegen der Worte dessen, der mein Hirte sein sollte. Kardinal Bergoglio hätte nicht sagen dürfen, dass der Teufel diesem Gesetz innewohnt." Eine ganz andere Sicht hatte der Priester Nicolás Alessio aus der Provinz Córdoba geäußert. Die Homosexualität sei ebenso wie jede andere Form der Liebe ein "Geschenk Gottes". Ihm wurde sofort die Erlaubnis zur Lesung der Messe entzogen, und es wurde ein Kirchenverfahren gegen ihn eröffnet.
Quelle

Kommentar
Eigentlich erübrigt sich hier jeder Kommentar. Wir sehen wie die Menschheit in ihr Verderben rennt. Wer solche Aussagen macht wie: Die Homosexualität sei ebenso wie jede andere Form der Liebe ein "Geschenk Gottes" ist einfach blind für die Wahrheit Gottes. Aber diese Entwicklung zeigt, die Welt ist reif für Gottes Gericht.
ufri


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