Neue Missionsmethode unter Moslems
06.07.2010 | 14:39 Uhr
Im Heft 1/2010 des Mitteilungsblattes der Evangelischen Karmelmission „Mission in der Welt des Islam“ findet sich eine wichtige Aufklärung über eine heute immer populärer werdende „Missionsmethode“ unter Moslems, die das biblische Evangelium völlig an den Islam anpaßt und in dem Bestreben, einen leichten Zugang zu muslimischen Menschen zu finden, die Bibel selbst und zentrale christliche Lehren, vor allem die Dreieinigkeit und die Gottheit Christi, verfälscht und letztlich preisgibt. Diese Methoden werden zunehmend von einflußreichen evangelikalen Missionen eingesetzt und stiften viel Verwirrung unter den Gläubigen in muslimischen Ländern. Manche Missionare wurden durch sie angesteckt.
Dieser verführerische Ansatz ist u.a. unter dem Begriff „Kontextualisierung“ (d.h. Anpassung des Evangeliums an den jeweiligen kulturellen Kontext, das Umfeld) bekannt. Er wird vor allem durch einige amerikanische Islamexperten und „Missionswissenschaftler“ gefördert und läuft darauf hinaus, das Evangelium so zu verfälschen, daß es für die „islamische Kultur“ akzeptabel wird. Diese Leute behaupten, der Koran enthalte viele gemeinsame Glaubensgrundsätze mit dem Christentum; er sei ein „pro-biblisches Buch“, das Menschen zu „Jesus“ hinführen könnte. Stillschweigend oder offen wird dabei vorausgesetzt, daß der Götze „Allah“ mit dem heiligen Gott der Bibel identisch sei, was im Grunde Gotteslästerung und den Abfall vom biblischen Glauben bedeutet (dieses Mißverständnis fördern leider auch manche Bibelübersetzungen, die unter Muslimen verbreitet werden und als Name für „Gott“ „Allah“ einsetzen).
Eine „Evangelisation“, die sich auf den Koran stützt statt auf die Bibel, führt nicht zu den biblischen Herrn Jesus Christus, dem Sohn Gottes, der sich am Kreuz für uns opferte und auferstand, denn diesen Herrn leugnet der Koran und ist deshalb zutiefst „antichristlich“ nach der Feststellung von 1. Johannes 2,22-24. Doch nach diesen Verführern ist der Koran angeblich eine ideale Brücke zum „Evangelium“. Diese „evangelikalen“ Fachleute sind selbst bibelkritisch und verleugnen die zentralen Lehren des biblischen Glaubens. Einer der führenden Köpfe dieser neuen Methode ist offensichtlich Dudley Woodberry, der einmal Professor für islamische Studien am Fuller Theological Seminary war. Einer seiner Schüler, Warren Larson, erteilt heute Islamunterricht an der Akademie für Weltmission in Korntal (S. 15).
Dahinter steckt eine grundlegende Abweichung vom biblischen Glauben. Nach der Lehre der Schrift ist allein die Bibel das geoffenbarte Wort Gottes, das die Wahrheit über Gott und Seinen Sohn, über die ewige Errettung enthält. Evangelisation bedeutete schon immer, die Botschaft der Bibel zu verkündigen. Es ist eine Sache, bei dieser Verkündigung, wie es der Apostel Paulus in Athen auch tat, anfangs in manchem an die Vorstellungswelt der Heiden anzuknüpfen, und unnötige kulturelle Hindernisse zu überwinden (Paulus war den Griechen ein Grieche, indem er seine jüdische Absonderung beiseiteließ, aber er wurde nicht ein Götzendiener, der mit ihnen in den Zeustempel ging). So paßte sich Hudson Taylor der Kleidung der Chinesen an, aber er verkündigte nicht, das Taoteking sei eine Quelle von göttlicher Wahrheit! Sobald aber der Inhalt der Botschaft umgemodelt wird, um ihn für eine antichristliche Religion akzeptabler zu machen, bedeutet das Verrat am Evangelium und der opportunistische Versuch, das Ärgernis des Kreuzes zu umgehen (vgl. 1. Korinther 1,18-2,5).
Solche „kontextualisierte“ Umdeutung der biblischen Botschaft, um sie der eigenen Kultur anzupassen, ist leider ein Krebsschaden im heutigen Evangelikalismus und besonders in der immer einflußreicher werdenden Strömung der „Emerging Church“. Sie führt letztlich zur Religionsvermischung und in die Welteinheitsreligion der großen Hure Babylon (Offenbarung 17). Der Absolutheitsanspruch der Bibel und des Herrn Jesus Christus als alleinigem Retter wird preisgegeben, auch wenn das vielleicht noch durch fromme Worthülsen getarnt wird.
Die Strategen der „kontextualisierten Mission“ raten ihren „Missionaren“, den kulturell angepaßten „Jesus“, „Isa Mesih“ zunächst nur aus dem Koran zu verkünden, ihre christliche Identität zu verschweigen und mit der Bibel hinter dem Berg zu halten. Das Ergebnis solcher angepaßter Evangelisation seien „Jesus-Moscheen“ und „islamische Jesus-Gemeinden“, die nie mit dem Islam brechen, sondern „kulturell und offiziell Muslime sind“ (S. 5). Auf diese Weise, so meint man, könne man den Widerstand des Islam gegen die Missionierung unterlaufen und mehr Menschen „gewinnen“ – doch für was? Für eine Botschaft, die den Namen „Evangelium“ nicht mehr verdient, für ein anderes Evangelium, das die Menschen als Anhänger des seiner Gottheit beraubten „Propheten Isa Mesih“ in ihrer Verlorenheit und ewigen Verdammnis beläßt.
Mich wundert, daß ihr euch so schnell abwenden laßt von dem, der euch durch die Gnade des Christus berufen hat, zu einem anderen Evangelium, während es doch kein anderes gibt; nur sind etliche da, die euch verwirren und das Evangelwww.das-wort-der-wahrheit.de/aktuelle-notizenium von Christus verdrehen wollen. Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas anderes als Evangelium verkündigen würden als das, was wir euch verkündigt haben, der sei verflucht! (Gal 1,6-8)
Darum lassen wir uns nicht entmutigen, weil wir diesen Dienst haben gemäß der Barmherzigkeit, die wir empfangen haben, sondern wir lehnen die schändlichen Heimlichkeiten ab; wir gehen nicht mit Hinterlist um und fälschen auch nicht das Wort Gottes; sondern indem wir die Wahrheit offenbar machen, empfehlen wir uns jedem menschlichen Gewissen vor dem Angesicht Gottes. Wenn aber unser Evangelium verhüllt ist, so ist es bei denen verhüllt, die verlorengehen; bei den Ungläubigen, denen der Gott dieser Weltzeit die Sinne verblendet hat, so daß ihnen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus nicht aufleuchtet, welcher Gottes Ebenbild ist. Denn wir verkündigen nicht uns selbst, sondern Christus Jesus, daß er der Herr ist, uns selbst aber als eure Knechte um Jesu willen. Denn Gott, der dem Licht gebot, aus der Finsternis hervorzuleuchten, er hat es auch in unseren Herzen licht werden lassen, damit wir erleuchtet werden mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi. (2Kor 4,1-6)
Rudolf Ebertshäuser 26. 5. 2010 www.das-wort-der-wahrheit.de
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