Leserbrief zu "Eva und das Alte Testament"
30.07.2010 | 16:55 Uhr
Der "Generalanzeiger" veröffentlichte in seiner Ausgabe vom 28.07.2010 unter Der Überschrift "Eva und das Alte Testament" einen Artikel zu Eva Hermans Stellungnahme bezüglich der Geschehnisse in Dusburg. Dazu hat der Publizist und Journalist Karl-Heinz Forneberg einen Leserbrief an den Genralanzeiger geschickt, den wir hier gerne veröffentlichen.
Leserbrief zum Artikel „Eva und der Alte Testament“ von Kai Pfundt v. 28.7.2010 zur Loveparade in Duisburg am 24.07.2010
Der mit Häme gespickte Artikel von Kai Pfundt kann nicht unwidersprochen bleiben.
Dass der Verfasser für die Abqualifizierung einer mutigen und gradlinigen Journalistin
ausgerechnet Hiob 13 Vers 5 zitiert, offenbart seine biblische Unkenntnis.
Die Schriftstelle, die er fälschlicherweise auch noch dem Kontext entrissen hat, richtet
sich an die falschen Freunde, die Hiob mit allem Ernst vor der Gerechtigkeit Gottes
warnen muss.
Vorher klagt Hiob seine Freunde mit den Worten an: „Ihr aber übertüncht (die
Wahrheit) mit Lügen…“ (Hiob 13,4). Treffender kann der Beitrag von Pfundt nicht
kommentiert werden.
Der von ihm zitierte Vers 5 „dass ihr doch schweigen möchtet, das könnte euch für
die Wahrheit angerechnet werden“ ist an die Adresse all derjenigen gerichtet, die
glauben, ohne Gottes Gebote leben zu können.
Der Rat „zu schweigen“ meint also genau das Gegenteil, und gilt allen Ungläubigen und
Ungehorsamen.
Von Hiob heißt es in Kap. 1 Vers 1 “Hiob war gottesfürchtig und mied das Böse“.
Könnte es nicht sein, dass Eva Hermann angesichts unserer immer ausufernden,
sexistischen und hemmungsloseren Spaßgesellschaft mit ihrer warnenden Stimme
doch recht hat?
Bei allem Mitgefühl für die Toten und deren Angehörigen, darf doch nicht über das
Konzept und die Absichten der Organisatoren und Veranstalter, nämlich die „geilste
Party der Welt“, ohne jegliche moralischen Grenzen, zu veranstalten, hinwegtäuschen.
Es ist eben keine allgemeine Vergnügungsveranstaltung, à la „Rhein in Flammen“,
Pützchens Markt oder dem Rockfestival in der Rheinaue, sondern bei der Loveparade
gilt bereits seit Jahren das unbeschriebene Gesetz der Zügellosigkeit,
Hemmungslosigkeit, Drogen und sexuellen Ausschweifung (Bildnachweise hierfür gibt
es reichlich), bei der alle Tabus längst gebrochen wurden.
Übrigens wusste ich noch gar nicht, dass Menschen, die für Moral und sittliche Werte
eintreten, in die Fundamentalisten-Ecke gehören. Fehlt nur noch der Vergleich mit den
Taliban.
Steht nicht auch in der Bibel: „Irret euch nicht! Gott lässt sich nicht spotten. Denn
was der Mensch sät, das wird er ernten“? (Gal. 6,7)
Wer die Vorgänge von Duisburg kritiklos schönredet und verharmlost und dann auch
noch zum „Schweigen“ aufruft, der macht sich nicht nur selbst mitschuldig, sondern
verschließt (bewusst oder unbewusst) die Augen vor den schrecklichen Geschehnissen
und Realitäten, und hat in der Tat „Hiob nicht gelesen“, und schon gar nicht verstanden.
Karl-Heinz Forneberg
Publizist und Journalist
Alfter
Zur Newsübersicht!

Tell-a-friend
drucken
















Mitglieder
Letzter:
Heute neu: 0
Gestern neu: 0
Insgesamt: 4
Gäste: 1
Mitglieder: 1